#NeuköllnRenner

Mein Kandidatenbrief für die Direktkandidatur für den Bundestagswahlkreis 82 Neukölln ✊🏼🌹

Liebe Genossinnen und Genossen,

das nächste Jahr wird entscheidend für die SPD und Neukölln:

  • Es wird darum gehen, ob Martin Hikel seine starke Arbeit als Bürgermeister für den Bezirk fortsetzen kann.
  • Es wird darum gehen, ob Berlin sozialdemokratisch bleibt – ich setze sehr darauf, dass insbesondere die Neuköllnerin Franziska Giffey dafür sorgen wird.
  • Es wird darum gehen, dass die SPD Neukölln im Bundestag vertreten bleibt – Fritz Felgentreu tritt nicht wieder an.

Alles oder Nichts: im September 2021 wird im Bezirk, Berlin und Bund gleichzeitig gewählt. Funktionieren kann das nur im Team. Franziska und Martin sowie Euer Kreisvorsitzender Severin Fischer haben mich gefragt, ob ich als Bundestagskandidat Dritter in der Runde sein möchte. Ich habe zugesagt und bitte Euch hiermit auch um Euer Vertrauen.

Neukölln ist offen für Neues.

Wenn ich das nicht wüsste, würde ich für Neukölln nicht antreten können und wollen. Bei der letzten Bundestagswahl habe ich für die SPD landesweit das zweitbeste Ergebnis bei den Erststimmen geholt – mit einem Wahlkampf der allen Spaß gemacht hat. Das war in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort wurde ich auch geboren. Mein Leben ist jedochso bunt und vielfältig wie Neukölln: Vom Punk (Quälende Geräusche) wurde ich zum Professor (in Mannheim), vom Journalisten (NDR, Tempo…) zum Konzernchef (Universal Music), vom Unternehmer (Motor Music/Motor FM) zum Staatssekretär (Berlin) und Familienvater (zwei Töchter) – das Leben habe ich nicht in der Parteischule gelernt. Der SPD war ich dennoch immer nah, egal ob ich mit Frank-Walter Steinmeier den „Kreativpakt“ (2013) verfasst habe, im Bundesvorstand des Kulturforums (seit 2016) sitze, der AGS Berlin (Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen) vorstehe (seit 2020) oder mich jetzt bundesweit für die Interessen Neuköllns einsetzen möchte.

Mit Neukölln geht es eben nicht nur um Neukölln

sondern um die Zukunft dieser Stadt, wenn nicht sogar dieses Landes. Neukölln ist bundesweit bekannt – als Problembezirk, war aber schon immer mehr als das. Kein Bezirk ist so vielfältig, hat alles vom Hipster bis zur gepflegten Bürgerlichkeit, kennt Armut aber auch Anmut. Hier muss Integration gelingen. Hier müssen Parallelgesellschaften und Clan-Kriminalität bekämpft werden. Hier müssen wir Bildungsgerechtigkeit herstellen. Hier muss das Neutralitätsgesetz Bestand haben. Hier müssen wir Verdrängung stoppen. Hier können und müssen neue Formen von Arbeit entstehen. Hier sollte – zumindest was Verkehr und Wirtschaft angeht – Berlin und Brandenburg zusammen gedacht werden. Hier muss dem rechten Terror endlich ein Ende bereitet werden! In Neukölln warten viele Aufgaben von nationaler Bedeutung. Sie werden weiterhin nur gemeinsam zwischen Bezirk, Berlin und Bund zu lösen sein. Dafür braucht es ein starkes Team und Augenhöhe in der Bundespolitik. Mich reizt diese Aufgabe und ich traue mir das zu.

Neukölln steht wie kein anderer Bezirk für eine moderne Gesellschaft.

Eine Gesellschaft, die bunt ist und nicht homogen. In Neukölln treffen viele Kulturen, Religionen undunzählige Interessen aufeinander – ob im Rollberg oder in der Gropiusstadt. Damit ist der Bezirk Vorreiter für Integration. Das geht auch mal schief, wie bei der Rütli-Schule. Das kann man aber auch heilen, wie mit dem Campus Rütli. Wenn Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen aufeinandertreffen, kann eine neue Welt entstehen. Jazz, Blues, Rock’n’Roll, Beat, Hip Hop erzählen von diesem Austausch der Kulturen. Das ist spannend, divers und schön – vorausgesetzt man hat Respekt und einigt sich auf Regeln und Rhythmus. Das ist mein Hintergrund, das möchte ich auch in Neukölln erleben und befördern.

In Neukölln merkt man, wie sehr Arbeit sich verändert.

Vor allem im Norden gibt es viele Menschen, die als Soloselbständige ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Häufig in der Kultur- und Kreativwirtschaft – das ist Berlins stärkste Branche, das was für Stuttgart der Autobau ist. Im Süden entsteht gerade vor den Toren der Stadt mit dem Flughafen und Tesla neue Arbeit, anderswo fällt sie ob Automatisierung weg. Und überall in Neukölln gibt es Leute, die sich von Job zu Job hangeln oder mit befristeten Verträgen, als Leiharbeiter*innen und als „FreieMitarbeiter*innen“ leben müssen. Die Digitalisierung wirbelt alles durcheinander. Das muss fair geregelt und auch Soloselbständige und „Freie“ vor Ausbeutung geschützt werden. Um dafür zu kämpfen, bin ich Vorsitzender der AGS Berlin geworden.

In Neukölln sieht man, wie schnell sich die Stadt wandeln kann.

Wie üblich wenn Neues kommt, kann das Angst machen aber auch bereichernd sein. Voraussetzung ist, dass man Regeln des Miteinanders findet und einhält. Fundamentalopposition wie bei der Frage der Neugestaltung des Hermannplatzes hilft nicht weiter. Unterstützt von Landes- und Bezirkspolitik habe ich dieses Jahr einen Workshop zur „Creative Spree“ gemacht. Wir haben uns mit Anwohnerinnen, Kreativen, Politikerinnen und Investoren auf Ziele geeinigt, die dort heute bereits umgesetzt werden. So zum Beispiel, dass jeder Neubau mindestens 10% Fläche für Soziokultur vorhalten muss. Man kann und muss Wandel in den Griff bekommen und gestalten.

Neukölln ist in vielen Dingen so, wie Berlin gern wäre.

Einerseits war Neukölln immer mutig. Hier hat vor hundert Jahren Fritz Karsen mit der Reformpädagogik begonnen und gezeigt, wie Bildungsgerechtigkeit entstehen kann. Hier hat Bruno Taut als Pionier mit der Hufeisensiedlung der Welt vorgemacht, wie sozialer Wohnungsbau geht. Zeitgleich entstand auf der Grenze zu Kreuzberg das modernste Kaufhaus Europas – Shopping wurde hier egalitär. Andererseits ist Neukölln bis heute kreativ und schön. Mit dem Klunkerkranich ist hier die wahrscheinlich beste Bar der Stadt, mit dem Tisk mein Lieblingsrestaurant, an der Rollbergstraße ein super Musikcluster (im SchwuZ produziert meine Firma Motor für ARTE „Berlin Live“) und der Gutshof – Schloss Britz, der Britzer Garten und mein Favorit der Körnerpark sind Orte, die viele Berliner*innen noch nicht entdeckt haben…

Lasst uns auf den Straßen, an den Haustüren, in den Medien und im Netz dafür streiten, dass diese Geschichte weitererzählt werden kann. Lasst uns dafür kämpfen, dass Neukölln für Gerechtigkeit, Integration und Innovation steht. Ich freue mich darauf!

Euer Tim Renner